Bundeswehr Einstieg: Meine Zeit bei den Heeresfliegern und die ersten Schritte mit Karte und Kompass

Am 2. April 2007 begann meine militärische Laufbahn bei den Heeresfliegern in Roth bei Nürnberg.
Soldat wollte ich schon als Kind werden. Cowboy, Pirat oder Ritter waren frühe Träume – aber leider unrealistisch, deswegen war mein Ziel das, was dem Ganzen am nächsten kam: Soldat. Ich wollte eigentlich bereits mit 17 zur Truppe.

Dann hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Vater. Er legte mir sehr klar nahe, erst eine richtige Ausbildung zu machen, bevor ich Soldat werde. Sein Argument war simpel und richtig: Zur Bundeswehr kann ich danach immer noch – aber eine abgeschlossene Lehre nimmt mir niemand mehr.

Also entschied ich mich für eine handwerkliche Ausbildung zum Zimmermann. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.

Vorprägung: Ausbildung und Arbeit als Zimmermann

Die Ausbildung war fordernd – körperlich und mental. Auf dem Bau herrscht ein rauer Ton. Man wird kritisiert, angetrieben, manchmal auch angeschrien. Das war nicht immer angenehm, aber es hat mir die kindliche Naivität ausgetrieben und mich als Mann geformt.

Nach der Lehre wechselte ich in einen anderen Betrieb und arbeitete dort ein Jahr als Geselle. Es war ein kleiner Betrieb mit wenigen Angestellten, der Chef war ständig präsent und machte permanent Druck. Sprüche wie „Auf geht’s Männer, ihr seid teuer“ gehörten zum Alltag.

Diese Zeit hat mich mental abgehärtet – und genau diese Abhärtung war später ein Vorteil.

Der Weg zur Musterung

Ich bin Jahrgang 1986. Da es ein geburtenstarker Jahrgang ist, bestand die Möglichkeit, gar nicht automatisch gemustert zu werden. Also rief ich selbst beim Kreiswehrersatzamt an und bat darum, gemustert zu werden. Kurz darauf bekam ich einen Termin.

Ursprünglich wollte ich zu den Gebirgsjägern. Vor Ort wurde mir jedoch gesagt, es seien keine Stellen frei. Man empfahl mir die Heeresflieger mit dem Hinweis, eine spätere Versetzung sei einfacher. Rückblickend war das so nicht korrekt, aber ich ließ mich darauf ein.

Grundausbildung – Heeresfliegerstaffel 269 in Roth

Meine Grundausbildung absolvierte ich in der Heeresfliegerstaffel 269 in Roth.

Im Vergleich zu vielen Erzählungen empfand ich die Grundausbildung nicht als außergewöhnlich hart. Nach der körperlichen Arbeit im Baugewerbe war vieles für mich machbar. Ungewohnt war vor allem das Marschieren und Laufen mit Gepäck – das musste ich mir erst aufbauen.

Erste Berührung mit Karte und Kompass

In der Grundausbildung kam ich erstmals mit Orientierung in Kontakt. Grundlage war die ZDV 3/11 (Gefechtsdienst aller Truppen zu Lande). Zum Thema Karte und Kompass war dort nur wenig enthalten.

Wir lernten die absoluten Grundlagen:

• Karte einnorden
• einfache Orientierung im Gelände
• ein kurzer Orientierungsmarsch auf dem Standortübungsplatz

Das funktionierte, war aber auf einem sehr einfachen Niveau.

Versorgungsstaffel 265 – Transportgruppe

Nach der Grundausbildung wurde ich in die Heeresflieger-Versorgungsstaffel 265, Transportgruppe, versetzt.

Unser Motto war:
„Sprit und Mun, nix zu tun“
(Mun = Munition.)

Der Dienst war logistisch geprägt. Navigation spielte im Alltag praktisch keine Rolle.

Einordnung

Die Heeresflieger waren mein militärischer Einstieg.
Was ich dort nicht gelernt habe, war anspruchsvolle Navigation. Ich nahm die Basics mit – aber echtes, belastbares Orientieren begann erst später.

Das böse Erwachen folgte bei den Fernspähern. Dort zeigte sich, dass „Karte einnorden können“ noch lange keine Navigation ist.
Und dort entschied sich, ob man besteht – oder scheitert.

DER ANFANG VON ALLEM

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